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1. November 2009

SOMETREE

Sometree sind zurück. Zurück von ihrer ersten Tour durch riesige Hallen und mit einem Album in den Händen, das sie schon immer machen wollten. Eine Einleitung, die es durchaus verdient, überlesen zu werden. Nicht nur, weil sie das Phrasenschwein auf den Plan ruft, sondern zudem auch völlig falsch ist. Denn sometree waren nie weg. Und sometree spielten auch nicht in ausverkauften Hallen, weil sie plötzlich Melodien für Muttis und Millionen machen, sondern „nur“, weil Snow Patrol zum Support eingeladen hatten. Viel wichtiger ist aber folgende Klarstellung: sometree wollten nie ein Album machen, das klingt wie dieses.
„Yonder“.
Widmen wir uns also den Dingen, die stimmen und ohne Promoplattitüden auskommen. Sometree haben sich Zeit genommen, für ihre Musik und auch für sich. Eine 14-monatige Konzertpause und auch die Tür zu ihrem Proberaum blieb über ein halbes Jahr lang verschlossen. Für eine Band, die bis dato nicht weniger als 400 Konzerte gespielt hat und permanent zwischen Tourbus, Tonstudio und Probetermin pendelte, kommt das einer mittelschweren Entziehungskur gleich. Aber die Berliner mussten raus, um Luft zu holen undsuchten nach einem Freiraum, um sich zu öffnen. In dieser Zeit machten sie viel: Musik für einen Film, Musik für Hörbücher, Musik für sich und nicht selten auch mal keine Musik. Als sich die Vier Mitte des letzten Jahres wieder zusammensetzten, luden sie auch gleich ihre altbewährte Muse, die gutartige Deadline, zu sich ein. Mit anderen Worten: Kurzerhandwurde ein Studiotermin für September gebucht, ohne auch nur die leiseste Ahnung davon zu haben, was man aufnehmen und wie all das schlussendlich klingen möge. Sometree setzten auf Lücke, in der die Dinge auf ihren Platz fallen sollten.
Und das taten sie erstmals spürbar im Sommer 2008, als Sometree sich in ein Haus am Feldrand eines brandenburgischen Zweiseelendorfs zurückzogen. Mit den Ideen aus der Heimarbeit im Gepäck schloss sich die Band dort draußen ein und arbeitete abseits von Alltäglichem an der Musik. Tobias Siebert (Klez.e, Delbo, Boa, Kettcar), Produzent in spe und Freund seit langem, kam mit gutem Rat, feinem Wein und geheimer Musik vorbei. Eine wahrlich gute Woche! Wieder zuhause, in Berlin, wurde der Proberaum besetzt und sich gegenseitig aufgerieben, bis man kurz darauf schon im Studio stand, ohne – wie prophezeit – zu wissen, ob all dies ein weiteres Mal aufgehen würde. Klar war für die Jungs nur, dass man eine uferlose Mammutproduktion wie bei „Bending The Willow“, dem Album zuvor, umgehen musste. Denn so etwas macht kaputt, was sie besonders macht: diese unvorhersehbaren und nicht reproduzierbaren Momente voller Intensität, Schub und Tiefgang, die in der besagten Lücke lauern.

Für „Yonder“ wurden sie wieder eingefangen. Momente, die mehr als zuvor vom Klavier und von auskomponierten Bläserarrangements getragen werden. Erstmals sind Sometrees Melodie- und Rhythmusverästelungen auch von kleinen Celli-Türmen umgeben, in deren Mitte die Vier mit sich und ihrer Musik unbefangen und unaufdringlich spielen. Und man hört, dass sie dabei einen Songwritingweg für sich gefunden haben, der anders ist. Die Richtung ist straight auf eine ihnen besondere Weise, die Platz für Filigranes und Fragiles lässt, aber gleichzeitig mit dem ureigenen Sometree-Dickkopf durch jede Wand will. Acht Songs, die strahlen und zermartern, verstören und versöhnen und dabei stets eine Geschichte erzählen, die sich über kurz oder lang in ihrer Nachhaltigkeit erschließt.
Klingt alles nach einem ausgeklügelten Plan der Planlosigkeit, nach ausgebufften Profis, die hier mit Understatement kokettieren und so hinterrücks das Phrasenschwein zu Tisch bitten. Mitnichten. Sometree sind nach wie vor jene Autodidakten, die heute genauso wenig wissen, was sie da tun, wie sie es schon 1994 nicht wussten,. Damals wie heute wissen sie einzig und allein, wie sich all das anfühlen muss. Denn sie folgen einem Instinkt, den sie teilen – unter sich und mit denen, die Musik als ein berührendes, aufwühlendes und affizierendes Erlebnis schätzen. Das ist es, was in dieser Lücke lauert. Das ist es, was sie immer machen wollten.

Einlass 20:00

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www.myspace.com/thisissometree

Eintritt: VVK 12 € zzgl. Gebühr

Einlass: 20 Uhr

Tickets über eventim.de, ticketmaster.de und an allen bekannten VVK-Stellen.