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25. April 2010

JASPER

Sie haben Post. „Ohrenpost“. Ein gesendetes Objekt, das in jeden guten musikalischen Posteingang gehört – gerne aber auch in den physischen Briefkasten. Absender: Jasper März, der junge Mann, der mit 8 Millionen Klicks bei YouTube und 28.000 Kommentaren zu seinen Songs eine neue Singer/ Songwriter-Lust in der Online-Welt angestiftet hat. Knapp ein Jahr nach seinem Chart-Debüt mit dem Album „Neid­los“ liegt jetzt mit „Ohrenpost“ sein zweites Album vor. Ein relativ dichter Zeitraum, den der in Emden lebende Musiker unter anderem mit zwei erfolgreichen Clubtouren, weiteren außergewöhnlichen Gigs (z. B. auf dem JugendMedienEvent in Mainz vor 500 Nachwuchs-Journalisten) und dem Schrei­ben neuer Titel verbracht hat. Erwartungen an ein zweites Album sind erfahrungsgemäß groß. „Bei meinem ersten Album war den Zuhörern ein Großteil der Lieder bereits von den YouTube-Videos bekannt“, sagt Jasper, „jetzt freue ich mich sehr darauf durch die ,Ohrenpost‘ die Leute mit vielen neuen und noch nicht bekannten Stücken zu überraschen.“ Mit Jasper und seinen Liedern hat auch der Musikfan die Chance mal wieder an einem Reifeprozess teilzuhaben, der sich zur Abwechslung so erstaunlich gesund und stimmig anfühlt. Durch den ein Künstler sich findet und Raum, Zeit und Möglichkeit hat, Schritt für Schritt den eigenen Weg zu gehen.

Am Anfang dieses Wegs stand die Geschichte, besser ge­sagt: Viele Geschichten. Beobachtungen, Alltagsminia­turen. „Mit 15 habe ich ausprobiert eigene Gedichte und Kurztexte musikalisch mit der Gitarre umzusetzen. Das war quasi meine erste Berührung mit dem Songwriting“, erin­nert sich Jasper. „Heute mache ich Komposition und Text am liebsten aus einem Guss. Wenn das gelingt, entstehen die besten Lieder.“ Lieder, die auf dem Album „Ohrenpost“ Titel tragen wie „So lala“, „Letzter Tag am Strand“, „Hätte ich“ oder „Gewittertierchen“. Nach der Zusammenstellung der Albumtitel war ich mir erstmal unsicher, ob die sprachlich, inhaltlich und musikalisch doch recht unterschiedlichen Lieder unter einen Hut passen. Aber da gerade die Vielfalt an Themen und sprachlichem Ausdruck das Liederschreiben für mich so reizvoll macht, spiegelt das Album genau das wider, was meine Musik kennzeichnet. Und es passt tat­sächlich zusammen.“ Der Albumtitel ‚Ohrenpost’ greift den Gedanken auf: „Hier hat jedes Lied eine andere Aussage, eine andere Schriftart und ein anderes Briefpapier. Aber der Absender bin immer ich.“ Dann gibt es also auch keine klar definierte Jasper-Zielgruppe? Zumindest keine, die einengt. Jasper März ist Freigeist genug um für viele interessant und außergewöhnlich zu sein, und er ist geerdet und aufmerk­sam genug um ein großes Publikum anzusprechen.

Die Erkennungsmerkmale des 23 Jährigen sind unpräten­tiös: Gitarre, Geschichten, geringelte Mütze. „Andere müs­sen eine Mütze aufziehen, wenn sie nicht erkannt werden möchten. Ich finde es ganz gut ein Markenzeichen zu haben, das ich ablegen kann“ verrät der „Liedermacher 2.0“, wie er mit Blick auf seine Online-Karriere von den Medien apostro­phiert wurde, und der – so ungern man diesen Zusatz auch wählt – „für sein Alter“ ein geradezu erschütternd eloquen­ter und vielseitiger Gesprächspartner ist. Über Reimkaska­den, Metaphern und Onomatopoesie kann man sich mit ihm unterhalten, fünf Minuten später dann über die Drehbücher von gut gemachten Krimis, über Achterbahnfahrten, Impro­visationstheater und Jugendfreizeiten. So vielseitig wie er ist auch seine Musik. Nicht alles hat den höchsten intellektuel­len Anspruch, manches macht auch einfach nur Spaß. Was ihn aber auch in solchen Songs von seinen Branchenkolle­gen unterscheidet, ist seine Lust an der geschliffenen Form, seine Liebe zur höheren Schule des Dichtens, überhaupt die Präsenz seiner Texte und seine Fähigkeit Geschichten mit Phantasie, Witz und genialer Beobachtungsgabe zu erzäh­len. Selbst hört Jasper gerne Musik von Jack Johnson und Norah Jones und schätzt vor allem Musiker, „die sich nicht zu sehr medial in den Vordergrund drängen.“ In seinem CD-Regal stehen ‚Wir sind Helden’ neben Herbert Grönemeyer, Bodo Wartke und den Wise Guys. Eben Künstler, die genauso viel Spaß an der Sprache und an außergewöhnlichen Texten haben wie er und die gerne mal thematisch um die Ecke gedacht singen.

Ähnlich wie seine Vorbilder spricht Jasper März ein Publi­kum an, das sich nicht auf eine Altersschiene beschränken lässt. Klar, ein Gros der Fans ist in seinem eigenen Alter, aber vom Schulkind bis zum Mittsechziger stand schon jede Generation im Publikum. „Ich finde es prima, wenn sich nach einem Konzert Vater und Tochter gleichermaßen über den Auftritt gefreut haben“, berichtet er. Vielleicht weil sie alle so viel Spaß an einem Exoten wie ihm haben? Jasper stutzt. „Ich glaube gar nicht, dass ich so ein Exot bin. Es gibt so viele Leute, die eigene Lieder ins Internet stellen. Mein Glück waren die vielen User, die meine Videoclips auf Anhieb toll fanden und per Link an ihre Freunde weiter ge­schickt und mich dadurch bekannt gemacht haben. Denn ich hatte keine Aktien an dieser Web-Euphorie. Ich freu mich über das alles, aber vielleicht hat’s auch nur geklappt, weil ich’s nicht darauf angelegt habe. Meine Videos wurden ir­gendwann zu Selbstläufern. Und dann riefen die Produzen­ten an…“

Im Tonstudio schätzt Jasper die kreative Zusammenarbeit mit dem Produzententeam Nick Oosterhuis und Detlef Wie­deke. „Es macht mir sehr viel Spaß im Studio an den Songs zu arbeiten, zu überlegen und auszuprobieren, welches Ar­rangement die jeweilige Stimmung eines Liedes am besten trägt. Bis ich an den Punkt komme, an dem ich zu mir selbst sage: Ja, das ist es! So sind auf dem neuen Album auch manche Titel pure Gitarrenstücke geblieben. Wichtig ist mir zu signalisieren, dass die unterschiedlichen Umsetzungen meiner Lieder – ob Live, auf Platte oder im Internet – alle zu mir gehören und dass jede Version da, wo sie ist, richtig eingebettet ist.“

Neben der Arbeit im Tonstudio und der Internetpräsenz möchte der junge Künstler aber vor allem eines: sich eine solide Live-Präsenz erschaffen und weiterhin mit seiner Mu­sik raus zu den Leuten gehen. „Ich spiele gern in kleinen Clubs mit lockerer Atmosphäre. Das liegt mir sehr. Wobei eine angenehme Stimmung natürlich auch in größeren Lo­cations aufkommen kann.“ Im April wird es eine erneute Club-Tour mit zwölf Terminen geben. Weitere Termine sind in Vorbereitung: Jasper pur mit Gitarre. „Das ist das schönste Bühnengefühl“, freut sich der Künstler, „ein aufmerksames Publikum. Nur ich und meine Post. Für die Ohren.“

Einlass 20:00

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www.myspace.com/jaspermusik

Eintritt: VVK 12 € zzgl. Gebühr / AK 16 €

Einlass: 20 Uhr

Tickets über eventim.de, ticketmaster.de und an allen bekannten VVK-Stellen.